Hans Schröder, Diakonieverein; Jörg Hirsch, Bezirksdiakoniepfarrer mit den Mitarbeitenden der Ev. Diakoniestation Inge Khoury, Ludwig Weis, PflegedienstleiterIn Michaela Schuhmacher, Carl Schuler
Der Diakonieverein Handschuhsheim spendet der Evangelischen Diakoniestation 5.000 Euro. Mit diesem Geld wird der praktische Teil der Palliativausbildung der beiden Pflegekräfte Inge Koury und Ludwig Weis finanziert. Mit der „Palliativ Care“ ergänzt die Evang. Diakoniestation ihr Angebot.
Bei „Palliativ Care“ geht es nicht um die Heilung Krankheit, sondern darum den schwerkranken Menschen ein erträgliches, menschenwürdiges Leben zu gewährleisten. Hierbei werden die Angehörigen mit einbezogen. Palliativ Care stammt vom lateinischen Wort „pallium“ ab, was Mantel bedeutet.
Gemeint ist hiermit, es sollen alle Maßnahmen der Palliativmedizin den Schwerstkranken umsorgen und wie ein Mantel schützend umhüllen.
Bei „Palliativ Care“ wirken verschiedene Berufsgruppen harmonisch miteinander in einem Netzwerk zum Wohle des Patienten. Seine Schmerzen werden wirkungsvoll kontrolliert, häufige belastende Symptome werden behandelt, ein Verbleiben zu Hause, möglichst bis zuletzt, wird angestrebt.
Ein unheilbar erkrankter Mensch benötigt in seiner letzten Lebensphase eine besondere, über die rein medizinische Versorgung hinausgehende Betreuung. Ist die Krankheit mit Schmerzen verbunden, so ist eine individuelle auf den Patienten abgestimmte Therapie von Nöten. Im Rahmen der Palliativ Care wird dem Rechnung getragen. Spezialisten in der Schmerzbehandlung gehören genauso zum Netzwerk, wie der Apotheker für die Medikamente, der Hausarzt, der Sozialarbeiter um eventuell anstehende Anträge und Ämtergänge zu erleichtern, Hospize, falls der Verbleib in der häuslichen Umgebung nicht mehr möglich ist und der Seelsorger, der geistlichen Beistand und Trost für den Patienten und die Angehörigen spendet.
Der Pflegedienst hat eine wichtige Rolle in diesem Netzwerk. Neben der Pflege des Patienten koordinieren die Pflegekräfte das Zusammenspiel der verschiedenen Helferinnen und Helfer. Sie sind Ansprechpartner für beide Seiten. Da die Schwestern und Pfleger täglich mehrfach vor Ort sind, haben sie den besten Überblick und können zeitnah die notwendigen Spezialisten hinzuziehen. Auch ist der Pflegedienst rund um die Uhr erreichbar. So kann in Notfällen schnell und kompetent geholfen werden.
Palliativ Care endet nicht mit dem Tod des Patienten, sondern geht darüber hinaus. Angehörige werden in ihrer Trauer begleitet und in allen anstehenden Angelegenheiten beraten und unterstützt. Dieser Ansatz in der ambulanten Pflege nimmt die Patienten und Angehörigen in ihrer Individualität an. Dieses Angebot kann dann der „Schutzmantel“ sein, in welchem sich alle geborgen und aufgehoben fühlen dürfen.